Initiativgruppe Gliedmaßenamputierter

70 Jahre und „noch“ kein bisschen leise…

Genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich am 1. September, und damit in der kurzen Zeitspanne mit gelockerten Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020, durfte unser erster Vorsitzender und Gründer der Selbsthilfegruppe, Egid Simon seinen 70. Geburts-Tag feiern.

Besondere Ereignisse bedürfen bekanntermaßen einer weitreichenden Planung und diese begann natürlich auch bei Egid lange bevor ein Virus unseren Alltag veränderte.
Ein kleine Familienfeier…..undenkbar, genau das Gegenteil war sein Wunsch.
Mit Unterstützung der ganzen Familie sollte es ein (Feier)-Tag der offenen Tür werden.
Jeder war eingeladen und zu jeder Zeit herzlich willkommen Im Winkel 11.

Egid, langjähriges und aktives Mitglied in etlichen gebietsansässigen Vereinen und Organisationen, wird bei allen sehr geschätzt für seine Einsatzbereitschaft, sein Fachwissen und sein stets  „offenes Ohr“.
Im Jahr 2009 erhielten diese Aktivitäten neues Leben und als maßgeblicher Initiator galt sein Hauptaugenmerk von nun an wohl seinem „Baby“ , der Initiativgruppe Gliedmaßenamputierter.
Von Beginn an leitet und unterstützt er die Gruppe als Vorsitzender und ist vor allem auch Ansprechpartner und Kontaktperson für alle Mitglieder, Fachfirmen, Kommunen und Organisationen. Dazu gehört ein weiterer wichtiger Baustein, eine Funktion im Peer-Counseling für Gliedmaßenamputierte, die Beratung von Menschen mit denselben Merkmalen bzw  derselben Lebenssituation. Sein regelmäßiger Einsatz hierbei erstreckt sich über verschiedene Kliniken in der Region.

Aufgrund dieser vielfachen Hilfeleistungen ist er über die Jahrzehnte mit zahlreichen Menschen verbunden und begrüßte deshalb frohgemut eine dementsprechend stattliche Gästeschar im lauschigen Garten.

Alles war bestens vorbereitet.

Die ersten Glückwünsche überbrachte ihm bereits am Vormittag die gesamte Nachbarschaft. Weiter ging es mit den  Gesandtschaften der Vereine und darüber hinaus kamen dann natürlich noch so manche Spontan-Gratulanten hinzu, sodass sich Tische und Bänke zusehends füllten.

Am späten Nachmittag fand sich die Delegation unserer Gruppe ein und überreichte ihm ein sehr persönliches Überraschungsgeschenk… Ein Acrylbild seines Anwesens, handgemalt von unserem Mitglied, dem Kunstmaler Werner Geer, dessen beeindruckende Werke bereits in einigen Ausstellungen zu sehen waren.

Im Anschluss übergaben die Roadrunners, eine befreundete Selbsthilfegruppe aus Amberg, ebenfalls im Namen der ganzen Gruppe ihr Präsent.

Alles sehr zu seiner großen Freude wie man sehen konnte, und die Freude steigerte sich noch, denn die  nächsten Gäste kündigten sich an und er wusste… jetzt wird es richtig „stimmig“…

Es nahten die „Roßachngzwitscherer“, eine lockere Vereinigung von sangesfreudigen Menschen, in der er natürlich ebenfalls aktiv „zwitschert“, und brachten mit Begleitung ihres Sängers Alois Pabst an seiner Drehorgel musikalischen Schwung in die Runde.

Das Konzert wurde eröffnet mit der „Geburtstags-Ode“, einer klangvollen Variante der deutschen Nationalhymne, textlich umgestaltet für das heutige Ereignis und Geburtstagskind.

Danach boten sie ein unterhaltsames Programm bekannter Weisen, mitsingen sehr erwünscht! Im weiteren Verlauf rückte auch noch instrumentale Verstärkung nach. Peter, ein Mitglied der Selbsthilfegruppe, setzte seine bewährte Mundharmonika an.

Besser könnte es nicht sein… Eine hervorragende kulinarische Verköstigung und fröhliche Lieder ließen die Zeit vergessen und verschafften zusehends eine wunderbare Stimmung und Atmosphäre.

Vermutlich wurde Petrus das Ganze  inzwischen nun etwas zu ausgiebig, denn er schickte, offenbar zur Abschwächung, immer wieder „himmlische Ergüsse“.

Doch auch hierfür hatte die Familie vorgesorgt. Im Nu waren Tische und Bänke mit Zelten überdacht, sodass jeder geschützt und entspannt dem nächsten, und wohl letzten, „Highlight“ des Tages lauschen konnte….

Der Posaunenchor Eismannsberg, dirigiert von Egid’s Tochter, bereitete ihm mit herrlichen Klängen  zum Abschluss nochmal eine große Freude und sorgte für einen harmonischen Ausklang.

Es war wieder mal… ein schöner Tag…

Im Sinne dieses beliebten Schlussliedes verabschiedeten sich nun nach und nach die Gäste mit einem großen Dankeschön von Egid und der ganzen Familie und machten sich auf den Heimweg.